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2017 Scerne di Pineto

Diesmal ein ganz anderer Urlaub:

wir fahren mit unserem kleinen Auto iQ zu zweit samt Gepäck für warmes und auch kaltes Wetter Ende April los zu einem Urlaub im Hapimag-Resort "Scerne de Pineto". Start ist am Donnerstag, aber der Wetterbericht sagt "Schnee in Oberbayern" - und wir haben schon die Sommerreifen drauf. Also erst mal abwarten, dann kurz vor Mittag geht es los, und wenn es nicht mehr sicher weiter geht, dann bleiben wir dort über Nacht. Wir haben ja Zeit.

Es geht alles gut, kurz vor der österreichischen Grenze tauschen wir unsere Go-Box gegen eine aktuelle um und kaufen uns die Vignette für das kleine Auto. Von Innsbruck aus geht es auf die Brenner-Autobahn, kein Hinweis auf evtl. Probleme, also weiter. Nur ganz oben fahren wir auf der rechten Spur hinter den Lkws, die linke ist mit Schneematsch bedeckt. So kommen wir locker und zügig bis nach Rovereto und beschließen, dort zu übernachten. Am nächsten Morgen geht es weiter, ein Anruf bei Hapimag genügt, unser Appartement ist auch heute schon frei, also fahren wir zügig weiter und sind am späten Nachmittag wohlbehalten in Scerne.

Hier nun ein paar Bilder von der Anlage und der Umgebung.

Ausflug mit dem Bus nach Süden

Es geht mit 11 weiteren Passagieren in einem Bus mittlerer Größe an Pescara vorbei nach Lanciano. Dort hat man über einen Bach und eine ihn überspannende römische Brücke eine Kathedrale gebaut! Diese Kirche stellt das Eucharistische Wunder von Lanciano aus (deutsche Seite davon). Es gibt eine umfassende Besichtigung auch der unteren Brücken, der Altstadt und anschließend zum Kloster San Giovanni en Venere, das hat einen phantastischen Panoramablick auf die Küste und einen herrlichen Kreuzgang mit Rosen, obwohl dort nur noch 8 Mönche leben. Von da aus geht es an's Meer zu einem Mittagessen auf einem "Trabocco", das ist ein ehemaliges Fischereigebilde auf Pfählen im Meer, von dem aus konnte man Netze in's Wasser absenken und danach wieder heben und die Fische entnehmen. Heute gibt es keine Fische mehr im Meer, die Traboccos würden zerfallen, einige wurden umgenutzt zu Restaurants. Wir bekommen ein herrliches Fisch-Menu mit ungezählt vielen Gängen.

2 weitere Ausflüge

Wir kannten Scerne und den Bereich des Gran Sasso schon aus 2 weiteren Urlauben. Diesmal fuhren wir über kleine Straßen südlich des Flusses Vomano Richtung Gran Sasso, dann entlang der Staatsstraße. Unser Ziel war der "Lago di Campotosto". Dieser See grenzt an das erst Januar durch Erdbeben beeinflusste Gebiet. Erstaunlich war, dass manche Ortschaften praktisch ohne Zerstörungen waren, dafür gab es in Campotosto einige zerstörte Häuser, dennoch war die Durchfahrt frei. An beiden Seiten der Ortsstraße standen Tieflader und schwere Baumaschinen, welche dabei waren, die Berge von Schutt zu beseitigen. Die Kirche war rundum durch senkrecht stehende Balken bis zu Dachrinne und Stahlseilen rundum gesichert, die Schalllöcher im Turm waren durch passende Balkenstücke von innen abgestützt. In der Landschaft ließ sich kaum ein Schaden sicher definieren, aber viel häufiger und umfangreicher als früher waren die Abrutschungen von Hängen und Straßenteilen. Es wird an vielen Stellen gearbeitet, aber fertig wird Italien damit nie werden, der Untergrund aus Ton und Vulkanasche ist nicht stabil.

Die Umrundung des Sees ist möglich und sehr zu empfehlen, es ist eine wunderschöne hochalpine Landschaft, an vielen Uferstellen sind Grillplätze eingerichtet, der Blick schweift immer wieder an die teils noch schneebedeckten Hänge des Gran Sasso. Die Strecke kann aber nur empfohlen werden, wenn man es liebt, Bergstrecken mit vielen Serpentinen und Kurven zu fahren. Als Motorradfahrer muss man besonders achtsam sein, denn plötzlich sieht man sich vor Schrotterflächen, Verwerfungen, Abbruchkanten und Geröll auf der Fahrbahn! Na ja, und man muss bedenken, dass man am Rand des Gran Sasso auch durch die Weiden der Schafe und Pferde fährt - wie etwa in den Pyrenäen.

Eine weitere Fahrt ähnlicher Art startete mit der Besichtigung von Atri. Von da aus ging es auf kleinen Straßen nach Farindola und sollte dann nach Calascio zum Rocco di Calascio führen. Diese mittelalterliche Festung derer von Arragon diente in vielen Filmen als Kulisse, z.B. "Im Namen der Rose". Bald hinter Farindola war die Fahrt dann aber zu Ende: die Straße war, ohne Vorankündigung, komplett gesperrt. So fuhren wir wieder zurück. Am Abend vorher war ein heftiges Gewitter niedergegangen und überall waren Gräben übergelaufen, hatten Geäst und Geröll oder Sand auf die Fahrbahn gespült und liegengelassen, mancher Erdrutsch und schnell aufgefüllte Straße zeugten davon. Das Klima mit den heftig werdenden Niederschlägen aufgrund der höheren Lufttemperaturen wirkt sich aus, da gibt es nichts mehr dran zu rütteln.

noch ein paar Eindrücke vom Resort

so unterschiedlich kann Wasser sein, oben das Meer nach einem Schlechtwettertag, unten der Bio-Teich in der Anlage.